"Die KI macht jetzt unsere PR. Echt jetzt?"
- 20. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 30. Juli
Rudolf J. Melzer im Interview mit xBN executive business news.

Kommunikationsprofi Rudolf J. Melzer erklärt, warum KI heute Texte schreibt, aber weder Journalisten kennt noch Vertrauen aufbaut – und weshalb gute Kommunikation weit vor der Presseaussendung beginnt.
Herr Melzer, viele Unternehmen sagen heute: „Eine Pressemeldung kann doch ChatGPT schreiben.“ Braucht es PR-Agenturen überhaupt noch?
Rudolf Melzer: Natürlich kann KI heute eine Pressemeldung schreiben. Das ist überhaupt keine Frage. Genau
deshalb erleben wir derzeit aber auch eine wahre Flut an textlichem Füllmaterial, das überwiegend überscrollt wird, weil es von Lesern als „werblich“ eingestuft wird. Auf LinkedIn oder in Presseportalen sieht man täglich Beiträge, die perfekt formatiert sind, mit Raketen-Emoji starten, sauber strukturiert sind – und trotzdem keinerlei Substanz haben. Sie sind einfach langweilig.
Wir produzieren als Gesellschaft gerade mehr Content als jemals zuvor. Aber mehr Content bedeutet nicht automatisch mehr Aufmerksamkeit. Im Gegenteil: Menschen entwickeln inzwischen ein sehr gutes Gespür dafür, was generisch klingt. Und scrollen vorbei.
Studien zeigen, dass mehr als die Hälfte der längeren LinkedIn-Beiträge wahrscheinlich KI-generiert oder zumindest stark KI-unterstützt sind. Gleichzeitig reagiert LinkedIn selbst darauf und versucht, sogenannten „AI Slop“ algorithmisch schlechter auszuspielen.
Bedeutet das also, dass KI eher zu einem Kommunikationsproblem geworden ist?
Melzer: Teilweise ist das so, ja. Obwohl KI natürlich enorm unterstützt in der Schnelligkeit. Allerdings nicht bei Relevanz. KI macht es unglaublich einfach, Texte zu produzieren. Aber Kommunikation entsteht nicht dadurch, dass möglichst viele Wörter veröffentlicht werden.
Viele glauben heute: „Wenn ich jeden Tag drei KI-Beiträge poste, werde ich sichtbar.“
Die Realität sieht anders aus. Menschen lesen heute selektiver denn je. Journalisten übrigens noch viel mehr.
Der nächste, der nur noch KI benutzt und selbst nicht mehr denkt, und nicht die passenden Kontakte hat, wird genau das bekommen: Reichweite ohne Wirkung.
Wo stößt KI in der PR ganz konkret an ihre Grenzen?
Melzer: Dort, wo ....
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