top of page

Wien 2026 im Zentrum der globalen KFZ-Industrie

  • vor 22 Stunden
  • 5 Min. Lesezeit
  • Mehr als 1000 Vortragende und Gäste aus der ganzen Welt werden zum Internationalen Wiener Motorensymposium von 22. bis 24. April in die Hofburg erwartet

  • Durchbruch für Range Extender (REEV), Hybrid sowie Software-definierte Technologie

  • China SAE erstmals mit eigener Vortragsreihe in Wien


Mit rund 100 Fachvorträgen sowie über 1000 Gästen aus mehr als 20 Nationen unterstreicht das Internationale Wiener Motorensymposium – es findet 2026 von 22. bis 24. April in der Wiener Hofburg statt – einmal mehr seine Bedeutung für die globale Kraftfahrzeugindustrie sowie für die Weiterentwicklung aller relevanten Mobilitätskonzepte zu Land, Wasser und in der Luft. Veranstaltet wird das Symposium seit 1985 vom Österreichischen Verein für Kraftfahrzeugtechnik (ÖVK). Dessen Präsident, Prof. Bernhard Geringer, ist überzeugt, dass es global je nach geografischer Region, Rohstoffverfügbarkeit sowie Art des Fahrzeuges (Nutzfahrzeug, Eisenbahn, Flugzeug, PKW oder Schiff) ein „technologieoffenes Einpendeln“ zwischen den verschiedenen Antriebsarten wie z. B. batterieelektrisch (BEV), Wasserstoff, Hybrid, eFuels oder klassische Treibstoffe geben müsse.


Angesichts der laufenden Veränderungen der Beziehungen Europas mit anderen Regionen wie z.B. Indien, China oder USA wird der Leiter des Instituts für Thermodynamik mobiler Energiewandlungssysteme der Technischen Hochschule Aachen, Prof. Stefan Pischinger, beim Motorensymposium 2026 über die Zukunft der Antriebssysteme vor dem Hintergrund der CO2- Flottenziele sprechen. Im Rahmen eines Pressegesprächs im Vorfeld des Symposiums betonte er: „Die Diskussion über Antriebstechnologien wird noch zu häufig als „Entweder-oder“ geführt. Die Realität der globalen Transformation ist jedoch keine binäre Entscheidung, sondern ein komplexes Zusammenspiel aus Regulierung, Marktanforderungen, technologischer Reife und industrieller Umsetzungsgeschwindigkeit. Die Konsequenz für die Industrie ist daher eindeutig: Wir sollten nicht über „den“ Antrieb der Zukunft sprechen, sondern über ein robustes, resilientes Technologieportfolio.“


Matthias Zink, Vorstand Powertrain & Chassis bei der Schaeffler AG und Präsident des Europäischen Verbandes der Autozulieferer, CLEPA, thematisierte vor Journalisten in Wien die Herausforderungen für die Zulieferindustrie: „Die europäische Automobilzulieferindustrie ist stark: Bis zu 75 Prozent des Komponentenwerts eines Fahrzeugs werden in Europa geschaffen. Der Sektor sichert rund 1,7 Millionen Arbeitsplätze. EU-Zulieferer investieren jährlich 45 Milliarden Euro. Dennoch befindet sich die Industrie am Scheideweg: Der globale Wettbewerb hat sich verschärft, Volumina blieben niedrig. Produktion wird verlagert und Stellen werden abgebaut. Mit dem Automotive Package hat die EU-Kommission einen ersten positiven Schritt unternommen, um Klimaziele mit wirtschaftlichen und sozialen Realitäten zu verbinden. Gleichzeitig stehen Hersteller und Zulieferer gemeinsam in der Pflicht, mit Mut, Innovationsgeist, Unternehmertum und Kundenorientierung den globalen Wettbewerb anzunehmen und die Zukunft der Mobilität zu gestalten – dekarbonisiert, automatisiert und vernetzt.“


KI ist der Motor

Geoffrey Bouqout, Mitglied des Vorstandes, Technische Entwicklung Audi AG, befasst sich eingehend mit dem Thema der künstlichen Intelligenz als Motor der Transformation in der Automobilindustrie. Vor Journalisten in Wien sagte er kürzlich: „KI ist der neue Motor der Automobilindustrie: Sie verkürzt Entwicklungszyklen, steigert Effizienz und Qualität und verleiht Fahrzeugen eine markenprägende Persönlichkeit mit einem völlig neuen Niveau personalisierter digitaler Oberflächen und Nutzer-Erlebnisse. Im Mittelpunkt steht der Paradigmenwechsel vom physischen Antriebsstrang zu skalierbaren KI-Systemen – belegt durch konkrete, alltägliche Anwendungsfälle im Engineering.“


Große Herausforderungen für Nutzfahrzeughersteller

Beim Symposium im April wird Niklas Klingenberg, Vorstand der TRATON Gruppe (Scania, MAN und VW), stellvertretend für alle LKW- bzw. Nutzfahrzeug-Hersteller über die „Zukunft der Antriebsstränge in einem sich wandelnden globalen Umfeld“ sprechen. Gerade für Nutzfahrzeuge differieren die gesetzlichen Emissions- und insbesondere CO2-Vorschriften in den globalen Wirtschaftsräumen Europa, Asien und Amerika sehr stark. Wo früher weltweit ein Basistriebwerk mit länderspezifischen Anpassungen genügte, benötigt man nun für Europa einen E-Antrieb, für Asien einen mit Wasserstoff und für Amerika nach wie vor Verbrenner.


Hybrid gewinnt an Bedeutung

Ruiping Wang, CEO der Aurobay Technologies Division, die zum chinesisch-europäischen Automobil-Zulieferkonzern Horse Powertrain gehört, wird in ihrer Keynote die globale Sicht eines großen Hybridmotoren- sowie Getriebezulieferers darstellen. Sie referiert im April auch über die Notwendigkeit von Hybridsystemen und grünen Kraftstoffen zur Beschleunigung der Elektrifizierung.


Durchbruch für Range Extender – Hybrid-Ottomotor mit 48 % Wirkungsgrad

Weitere Highlights des 47. Internationalen Wiener Motorensymposiums: Der österreichische Technologie-Konzern AVL wird gemeinsam mit dem chinesischen Autohersteller Chery erstmals einen neuen Hybrid-Ottomotor, der einen Wirkungsgrad von 48 Prozent in der Serie erreicht, vorstellen und damit einen „Durchbruch für Range Extender“ markieren.


Toyota kommt mit einer Hybrid-Neuheit von morgen, einem „Next-Generation-Hybridsystem für Plug-in-Hybridfahrzeuge“. Die VW AG präsentiert ebenfalls ihre neueste Hybrid-Generation und BMW gibt erstmals Details zum neuen batterieelektrischen Antrieb „GEN6“ bekannt.


Lamborghini, Mahle und Porsche mit hybridisierter Power

Des Weiteren stehen 2026 Hochleistungsantriebe von Porsche, Mahle und Lamborghini im Fokus: Porsche präsentiert erstmals einen hybridisierten Bi-Turbo-Sechszylinder-Boxermotor für den neuen 911 Turbo S. Unter dem Motto „Von der Vision zur Geschwindigkeit“ kommt Mahle mit einem „V12-Hybrid-Antriebsstrang für ultimative Leistungen in einem Hypercar“ nach Wien und auch Lamborghini stellt seinen neuen Hochleistungshybrid für den Supersportwagen Temerario GT3 vor.


Benzin und Diesel

Der indische Tata-Konzern präsentiert seine neue 1,5 Liter Benzinmotoren-Vierzylinder-Familie, Audi einen neuen V6-TDI, bei dem moderne Dieselmotorentechnik mit einem leistungsstarken hybridischen Antriebsstrang kombiniert ist, und Mercedes die „Evolution des neuen DieselReihensechszylinders“, den OM 656 Evo.


Innovationen bei Wasserstoff und Software-definierter Technologie

In der Sektion Wasserstoff-Verbrennungsmotoren führt der US-amerikanische Hersteller Cummins einen Wasserstoff-Verbrennungsmotor für extrem hohe Ansprüche („Heavy Duty“) vor, die chinesische FAW-Gruppe (First Automotive Works) präsentiert eine WasserstoffTechnologie zur Dekarbonisierung schwerer Nutzfahrzeuge und AVL zeigt in Kooperation mit Scania ihr neues H2 HPDI-System zur „Hochdruck-Direkteinblasung von Wasserstoff als Wegbereiter für Null-Emissionen und 60 Prozent effektiven Wirkungsgrad“!


AVL bringt auch im Bereich der „Software-Defined-Vehicles“ (SDV) eine Innovation nach Wien: „Copper Car“, das ist ein extrem schneller und aussagekräftiger Software-Regressionstest für das Hochvoltsystem elektrischer Fahrzeuge.


China SAE erstmals mit eigenem Forum

Erstmals in der Geschichte des Internationalen Wiener Motorensymposium findet am Tag vor der offiziellen Eröffnung in Kooperation mit China-SAE ein „Forum für nachhaltige Antriebstechnologien“ statt. Es hat zum Ziel, die technologischen Stärken der chinesischen und europäischen Automobilindustrie zu bündeln, und beinhaltet eine fundierte Interpretation der chinesischen Technologie-Roadmap 3.0, ein strategisches Benchmarking anhand der EU-CO₂- Vorschriften sowie den Austausch bewährter Verfahren von Branchenführern wie Great Wall Motors, AVL oder SERESPower.


Weitere Informationen zum Internationalen Wiener Motorensymposium 2026

Erstmals initiiert und veranstaltet wurde das Internationale Wiener Motorensymposium 1979 von TU-Prof. Dr. Hans Peter Lenz. Seit 1985 richtet es der Österreichische Verein für Kraftfahrzeugtechnik (ÖVK) aus. Seit 2017 steht Prof. Dr. Bernhard Geringer dem Verein und somit dem Symposium vor. 2026 werden rund 1000 Fachbesucher aus mehr als 20 Nationen, darunter Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Indien, Italien, Japan, Kanada, Korea, Schweden, Türkei, UK und USA, in Wien erwartet.


Kurzinfo Österreichischer Verein für Kraftfahrzeugtechnik


Der Österreichische Verein für Kraftfahrzeugtechnik (ÖVK) wurde 1985 gegründet und hat rund 750 ordentliche Mitglieder. Ziel ist die Förderung der sinnvollen Anwendung der Kraftfahrzeugtechnik. Durch wissenschaftliche Veranstaltungen will der ÖVK den Erkenntnisstand von Experten in der Automobilindustrie und der damit verbundenen Zielgruppen erhöhen und fördern. Das Internationale Wiener Motorensymposium, initiiert von Prof. Dr. Hans Peter Lenz, fand 1979 zum ersten Mal statt und wird seit 1985 vom ÖVK ausgerichtet. Seit 2017 steht Prof. Dr. Bernhard Geringer dem Verein vor.


v.l. Geoffrey Bouqout, Prof. Stefan Pischinger, Matthias Zink


Download Pressetext:


Aktuelle Beiträge

Alle ansehen
Klimaziel in der Mobilität – quo vadis?

Weltweit divergierende Wirtschaftsblöcke verfolgen unterschiedliche Strategien, Konsens für die Weiterentwicklung der globalen Automobilindustrie in Sicht, Anmeldungen zum Int. Wiener Motorensymposium

 
 

Kommentare


Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Bitte den Website-Eigentümer für weitere Infos kontaktieren.
bottom of page